Schlafzimmer für Allergiker: Matratze, Bettwäsche und Lüftung
Die Belastung mit Hausstaub im Schlafzimmer hat wenig mit Sauberkeit zu tun und viel mit den Materialien, die dort verbaut sind. Wer auf Milbenkot reagiert, verbringt jede Nacht sechs bis acht Stunden in einem Raum, dessen Mikroklima von Matratze, Bettwäsche und Lüftungsverhalten bestimmt wird. Eine Encasing-Hülle mit Reißverschluss, die die Matratze vollständig umschließt, verhindert, dass Milben in den Kern eindringen und sich dort vermehren. Sie sollte bei 60 Grad waschbar sein, denn erst diese Temperatur tötet die Tiere zuverlässig ab. Matratzen aus Latex oder Kaltschaum sind dichter und nehmen weniger Feuchtigkeit auf als Federkernmodelle, was die Lebensbedingungen für Milben verschlechtert.
Beim Bezug entscheidet die Webart über den Staubeintrag. Dicht gewebte Mikrofaser oder Perkal halten Partikel zurück, während grobe Baumwollstoffe und Flanell den Staub durchlassen und ihn bei jeder Bewegung aufwirbeln. Kissen und Decken gehören ebenfalls in milbendichte Hüllen, und zwar alle, nicht nur das Hauptkissen. Wer sich allergikerfreundlich einrichten möchte – weniger Hausstaub im gesamten Raum –, findet bei praktischen Hinweisen zur allergikerfreundlichen Einrichtung zusätzliche Ansätze, die über das Bett hinausgehen. Entscheidend ist, dass die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 50 Prozent bleibt, denn darüber vermehren sich Milben sprunghaft.
Die Lüftungsroutine ist der am meisten unterschätzte Faktor. Stoßlüften drei- bis viermal täglich für fünf bis zehn Minuten senkt die Feuchtigkeit schneller als gekippte Fenster über Stunden. Im Winter trocknet die kalte Außenluft den Raum zusätzlich, im Sommer sollte morgens gelüftet werden, bevor die warme, feuchte Luft hereinzieht. Ein Hygrometer zeigt verlässlich, wann die Schwelle erreicht ist. Wer abends duscht, sollte das Schlafzimmer danach noch einmal kurz durchlüften, weil die Restfeuchte sonst direkt in Bettwäsche und Matratze zieht.
Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen lässt sich problemlos bei 60 Grad waschen und im Trockner behandeln, was Milben zusätzlich reduziert. Synthetische Füllungen trocknen schneller und sind weniger anfällig für Schimmel als Daunen. Ein Blick auf das Bettgestell lohnt ebenfalls: Massivholz mit offener Bauweise sammelt weniger Staub als Polsterkopfteile, und ein Lattenrost ohne Stoffbespannung lässt sich einfacher abwischen. Wer diese drei Bereiche – Matratze, Textilien, Lüftung – konsequent bearbeitet, senkt die Staubbelastung im Schlafzimmer dauerhaft und nicht nur für ein paar Tage.