Barrierefreies Bad im Altbau: Umbauten, Kosten, Nutzen
Ein barrierefreies Bad im Altbau ist selten eine Frage des Geschmacks, sondern eine der Notwendigkeit. Wer plötzlich auf einen Rollstuhl oder eine Gehhilfe angewiesen ist, merkt schnell, dass eine Badewanne mit 60 Zentimetern Einstiegshöhe zur unüberwindbaren Hürde wird. Die gute Nachricht: Viele Altbauten lassen sich mit überschaubarem Aufwand umrüsten. Die schlechte: Nicht jede Maßnahme bringt tatsächlich mehr Sicherheit, und manche Kosten werden gern unterschätzt.
Der wichtigste Schritt ist fast immer der Ausbau der Badewanne zugunsten einer bodengleichen Dusche. Das klingt banal, ist aber der größte Eingriff. In einem Altbau mit Holzdecken oder alten Abflussrohren muss der Boden oft aufgestemmt werden, um ein Gefälle und einen ausreichenden Abfluss zu realisieren. Wer sich vorher über Aufwand, Planung und realistische Preise informieren möchte, findet bei roxele.de einen praxisnahen Leitfaden zum Umbau von Badewanne zu Dusche, der die typischen Stolperfallen im Bestand benennt. Je nach Leitungsführung und Estrichaufbau liegen die Kosten für diesen Teil des Umbaus zwischen 4.000 und 9.000 Euro, inklusive Entsorgung der alten Wanne.
Deutlich günstiger sind Maßnahmen, die ohne Erdarbeiten auskommen. Dazu zählen Haltegriffe, ein Duschhocker, eine erhöhte Toilette oder ein Waschtisch, der unterfahrbar ist. Diese Anpassungen kosten zusammen selten mehr als 1.500 Euro und lassen sich schrittweise nachrüsten. Wer nur eine Ebene im Haus nutzt, sollte außerdem prüfen, ob die Badtür verbreitert werden kann. Eine Verbreiterung auf 90 Zentimeter kostet je nach Wandaufbau zwischen 800 und 2.500 Euro und ist oft die Voraussetzung dafür, dass ein Rollstuhl überhaupt ins Bad gelangt.
Weniger sinnvoll sind dagegen aufwendige Komplettsanierungen, wenn nur ein einzelnes Problem gelöst werden soll. Ein gefliestes Bad im Altbau verzeiht keine halben Sachen: Wer die Wanne entfernt, muss auch die Wände neu abdichten, den Boden neu aufbauen und meist die Elektrik anpassen. Wer diese Kette einmal in Gang setzt, landet schnell bei 15.000 Euro und mehr. Deshalb lohnt es sich, vorher genau zu prüfen, welche Einschränkung tatsächlich besteht und ob eine kleinere Lösung nicht ausreicht.