Barrierefreies Bad im Altbau: Bodengleiche Dusche nachrüsten
Ein barrierefreies Bad im Altbau ist kein Luxus, sondern eine Investition in Selbstständigkeit und Sicherheit. Der häufigste Umbau betrifft die Dusche: Aus einer hohen Wanne wird ein bodengleicher Einstieg. Entscheidend ist die Bausubstanz. In Altbauten verlaufen die Abwasserrohre oft oberhalb der Decke oder in dicken Wänden, was einen Bodeneinlauf erschwert. Vor dem ersten Hammerschlag lohnt sich deshalb eine genaue Bestandsaufnahme: Wo verläuft der Abfluss, welche Traglast hat die Decke, und wie tief lässt sich der Estrich öffnen? Wer diese Fragen früh klärt, vermeidet teure Überraschungen. Für eine realistische Einschätzung der anfallenden Arbeiten und Kosten hilft ein Blick auf roxele.de mit praktischen Tipps zu Kosten und Planung im Bestand, bevor Handwerker Angebote abgeben.
Die technische Umsetzung hängt vom Untergrund ab. Bei Holzbalkendecken ist ein Bodeneinlauf meist nur mit aufwendiger Unterkonstruktion oder einer punktuellen Absenkung möglich. Massivdecken lassen sich dagegen häufig um einige Zentimeter abfräsen, sodass ein flacher Ablaufkanal Platz findet. Eine Alternative ist die Dusche mit geringer Aufbauhöhe auf einem Podest, die jedoch nicht mehr vollständig bodengleich ist. Wer den Einstieg ohne Stufe realisieren will, sollte auf einen gefliesten Duschbereich mit linearer Entwässerung setzen. Diese Rinnenabläufe benötigen weniger Gefälle und lassen sich besser in enge Altbaubäder integrieren. Wichtig sind außerdem eine fachgerechte Abdichtung nach DIN 18534 und rutschhemmende Fliesen, damit die neue Dusche nicht nur bequem, sondern auch sicher ist.
Für die Finanzierung gibt es mehrere Fördertöpfe. Die KfW fördert altersgerechte Umbauten über den Zuschuss 455-B, der auch bodengleiche Duschen einschließt. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 65 Jahren oder eine anerkannte Beeinträchtigung. Zusätzlich können Pflegekassen nach § 40 SGB XI Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zahlen, wenn die Pflegebedürftigkeit anerkannt ist. Wichtig: Vor Beginn der Arbeiten müssen die Anträge gestellt und die Angebote eingereicht werden. Wer erst nach dem Umbau die Förderung beantragt, verliert den Anspruch. Eine frühzeitige Beratung bei der KfW oder der Pflegekasse klärt, welche Kombination möglich ist und wie hoch der Eigenanteil ausfällt.
Der Umbau selbst dauert je nach Aufwand zwei bis vier Wochen. Staub, Lärm und eine provisorische Waschgelegenheit gehören dazu. Wer die Dusche im Alter nutzen will, sollte auch an Haltegriffe, eine Sitzgelegenheit und ausreichend Bewegungsfläche vor der Dusche denken. Diese Details kosten wenig, erhöhen aber den Komfort erheblich. Nach dem Einbau lohnt sich eine Abnahme der Abdichtung und ein Blick auf die Förderbedingungen, damit die Zuschüsse tatsächlich ausgezahlt werden. Ein barrierefreies Bad im Altbau ist machbar, wenn Planung, Technik und Förderung von Anfang an zusammengedacht werden.