Barrierefreies Bad im Altbau: Bodenablauf, Gefälle, Abdichtung
Ein barrierefreies Bad im Altbau klingt zunächst nach einer reinen Frage der Fliesen und der lichten Breite. In der Praxis entscheidet sich das Projekt jedoch unter dem Estrich. Bodenablauf, Gefälle und Abdichtung sind die drei Bauteile, an denen sich zeigt, ob der Umbau dauerhaft funktioniert oder nach zwei Jahren Feuchtigkeit in die Decke zieht. Wer den Altbau kennt, weiß, dass hier selten ideale Voraussetzungen herrschen: geringe Aufbauhöhen, gewachsene Holzbalkendecken und Bestandsleitungen, die nicht ohne Weiteres versetzt werden können.
Der Bodenablauf muss zur geplanten Duschnutzung passen. Ein Standardablauf mit 50 mm Anschluss reicht für eine offene Dusche nur selten aus, weil das Wasser schneller anfällt als bei einer Wanne mit Wannenablauf. Wer plant, die Badewanne raus, Dusche rein umzusetzen, sollte deshalb früh klären, ob ein Ablauf mit größerem Querschnitt, ein Rinnenablauf oder ein bodengleicher Ablauf mit integriertem Gefälle zum Einsatz kommt. Entscheidend ist nicht nur der Durchmesser, sondern auch die Höhe des Ablaufs über der Rohdecke. Im Altbau lässt sich das oft nur mit einer punktuellen Aussparung oder einer leichten Podestlösung realisieren.
Das Gefälle ist der zweite kritische Punkt. Ein Gefälle von einem bis zwei Prozent zur Ablaufstelle gilt als Richtwert, doch im Bestand sind die Wege oft länger als in einem Neubau. Bei großen Duschflächen oder einer Rinne am Wandrand muss die Neigung über die gesamte Länge stimmig bleiben, sonst bilden sich Pfützen, die langfristig in die Fugen und den Estrich ziehen. Besonders bei Holzbalkendecken ist zudem zu prüfen, ob die Konstruktion das zusätzliche Gewicht des Gefälleestrichs aufnehmen kann. Eine leichte Ausgleichsmasse oder ein Trockenestrichsystem kann hier die bessere Wahl sein als ein konventioneller Zementestrich.
Die Abdichtung schließlich ist kein Detail, sondern die eigentliche Versicherung des Umbaus. Im feuchten Bereich gehört eine Verbundabdichtung nach den anerkannten Regeln der Technik auf den Untergrund, mit Dichtband in den Ecken und Manschetten an Rohrdurchdringungen. Im Altbau kommen häufig Risse im Untergrund oder alte, nicht tragfähige Spachtelungen hinzu, die vorher saniert werden müssen. Wer diese drei Punkte – Ablauf, Gefälle und Abdichtung – vor dem ersten Fliesenhandgriff sauber plant, spart später teure Nachbesserungen und hat ein Bad, das auch nach Jahren dicht bleibt.